Alkoholsucht
Shownotes
Alkoholsucht betrifft Millionen Menschen – und doch wird oft nur wenig offen darüber gesprochen. In dieser Podcast-Folge sprechen wir mit Claudia Ostermaier, Psychologische Psychotherapeutin und Suchttherapeutin der Fachambulanz für Suchterkrankungen Dachau.
Gemeinsam beleuchten wir, wie eine Alkoholerkrankung entsteht, welche Warnsignale Betroffene und Angehörige erkennen sollten und welche Wege aus der Abhängigkeit möglich sind. Außerdem erfahren Sie, welche Unterstützung professionelle Suchthilfe bietet und warum es sich lohnt, frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Eine informative Folge über Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und den Umgang mit Alkoholsucht – verständlich, praxisnah und ohne Vorurteile
Mit Claudia Ostermaier Psychologische Psychotherapeutin und Suchttherapeutin der Fachambulanz für Suchterkrankungen Dachau https://www.kpb-fachambulanz.de/
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00:00:09: Wie
00:00:50: schön,
00:00:50: dass ihr heute dabei seid zu unserem neuen Podcast und ich würde Das Thema gerne mit einem Satz einleiten, den ich gelesen habe.
00:00:59: Sucht ist kein Schicksal es ist eine Erkrankung die wir gemeinsam bewältigen können und das gibt echt Hoffnung wie ich finde!
00:01:07: Und ich freue mich sehr auf dieses Gespräch mit Diplompsychologin und psychologische Psychotherapeutin.
00:01:13: ist sie auch noch Claudia Ostermeier?
00:01:15: schön dass du da bist Claudia.
00:01:17: Ja, hallo.
00:01:19: Sag mal wenn du in so einer Runde stehen würdest vielleicht lockerer Atmosphäre auf einer Party wie würdest du den Menschen erklären was Sucht eigentlich ist?
00:01:30: Sucht ist eine schwere psychische Erkrankung.
00:01:36: das süchtige Gerät langsam in die Sucht rein.
00:01:41: also ich denke Süchte wissen schon immer ab einem gewissen Zeitpunkt dass sie zum Beispiel jetzt zu viel trinken dass eine Schwelle überschritten ist und sie ein Problem haben, das Schwierige ist sich das Einzug gestehen.
00:01:56: Das ist mit des Allerschwerste bei einer Suchterkrankung sich einzugestehen, dass man eben suchtkrank ist.
00:02:04: Da setzen dann auch die Therapien an.
00:02:07: aber ja was is' sucht?
00:02:09: Also wenn wir mal von der Definition ausgehen es gibt Kriterien die erfüllt sein müssten, um von der Suchterkrankung zu sprechen.
00:02:20: Allgemeinhin meint man ja immer es ist die Menge an Alkohol, die jemand trinkt, dass das so ein Kriterium sei?
00:02:27: Das ist es aber gar nicht!
00:02:30: So sehr die Rolle, welche Mengen getrunken werden an Alkohol.
00:02:35: Sondern es gibt Kriterien.
00:02:38: zum Beispiel eines davon ist der sogenannte Suchtdruck also so das starke Verlangen zu trinken.
00:02:45: Obwohl man sich vielleicht vorgenommen hat heute trinke ich nix wird das verlangen immer stärker und man kann nicht mehr widerstehen.
00:02:51: Das ist ein Kriterium.
00:02:53: Entzugserscheinungen zum Beispiel wobei auch die nicht jeder abhängige hat kann aber sein.
00:03:01: Und der Kontrollverlust, das ist sicher ein Kriterium, dass ganz viele mit Alkohol in Verbindung bringen.
00:03:06: Kontroll Verlust nämlich... Man kann nicht aufhören zu trinken wenn man mal angefangen hat also man kann nicht mehr selber die Menge bestimmen.
00:03:18: Oh okay dann lass uns doch genau die drei Punkte einfach mal durchgehen.
00:03:21: wir sind mittendrin im Thema würde ich sagen.
00:03:23: Ihr
00:03:23: merkt
00:03:24: vorrangig heute um das Thema Alkohl sucht Alkuhalabhängigkeit verlangen, hast du gesagt.
00:03:31: Ich mache mir so eine Szene.
00:03:33: also schöner Sommerabend es ist Freitagabend und man denkt ach jetzt leiten wir mal das Wochenende ein ne?
00:03:40: Und dann schenkt man sich vielleicht in den Abendstunden schön Weißwein ein und das macht man halt jeden Freitage.
00:03:47: Ist es ja geht es schon in so eine Suchtrichtung würdest du sagen oh das ist schon so ein erstes Wahnsignal.
00:03:55: Ja, natürlich fängt eine Sucht mit einer Gewöhnung an.
00:03:58: Bevor eine sucht wirklich da ist, passieren natürlich gewöhnungsprozesse und jetzt jeden Freitag das ist dann eine Gewöhnung wobei letztendlich ist es ja so wir leben in der Kultur, in der Gesellschaft der Alkohol dazugehört.
00:04:17: von dem her muss eigentlich jeder von uns lernen auch damit klarzukommen und umzugehen, was er für die meisten auch kein Problem ist.
00:04:27: Also die WHO oder letztendlich ist es so dass man heutzutage ja auch sagt Es gibt eigentlich gar keinen unkritischen Alkoholkonsum also es gibt eigentlich kein Konsum der unschädlich ist.
00:04:46: Das ist sicherlich ein schwieriges Thema, weil das trinken ja auch so weit verbreitet ist und die meisten Menschen ja auch kein Problem damit haben.
00:04:54: Aber ich würde jetzt nicht sagen, dass es schon ein Problem ist wenn jemand jeden Freitagabend trinkt.
00:05:00: Nein, soweit würde ich jetzt nicht gehen!
00:05:03: Da kommt dann noch... da würde noch vieles dazukommen.
00:05:06: Okay zum Beispiel?
00:05:08: Dann wahrscheinlich die Entzugserscheinungen am nächsten Tag oder?
00:05:13: Die kommen nicht, wenn man einmal die Woche ein Glas Weißwein trinkt.
00:05:16: Nee, nee, die kommen erst viel später im Laufe von der Suchterkrankung.
00:05:21: Kommen die später?
00:05:22: Die sind noch nicht so früh dran!
00:05:27: In der Regel ist es ja so... Es wird halt immer öfter getrunken.
00:05:32: also bei ganz vielen sag ich mal Suchtkarrieren, wenn man dann mit den Leuten spricht ist es schon so dass viele sagen ja das ging jahrelang eigentlich sozial ganz unauffällig.
00:05:45: Ich nenn's jetzt mal so Sozial ganz unaffällig das Trinken im Rahmen ja so im gesellschaftlichen Rahmen.
00:05:52: also eine Suchterkrankung ist meistens ne Erkrankungen die sich über Jahre entwickelt Also nicht Monate und Wochen sondern über Jahre.
00:06:02: Da ist es gut möglich, dass jemand jahrelang relativ unauffällig konsumiert, Alkohol trinkt und erst im Laufe der Zeit eben immer mehr, immer häufiger dringt.
00:06:15: Also so die Menge steigert und die Trinktage... Sagen wir mal schleichender Prozess in der Regel.
00:06:22: Es gibt schon auch die Verläufe, da fängt jemand an zu trinken und wird relativ schnell abhängig und trinkt schnell in großen Mengen.
00:06:31: Das gibt es auch also ist ein ganz breites Feld.
00:06:35: Ja
00:06:36: das glaube ich weiß du was ich ganz erstaunlich fand so im Freundeskreis.
00:06:40: wir saßen am Wochenende mit einigen Leuten zusammen und haben gesagt Mensch ich habe eine ganz tolle Lutzung Da geht es um Sucht und um Alkohol.
00:06:50: Und da fing das an, dann haben wir in der Runde während wir alle ein Sektchen, ein Bierchen oder Weinchen in der Hand hatten, haben wir über dieses Thema diskutiert und einen zwei Freundinnen sagten auch ganz ehrlich ich glaube, da darf ich gar nicht zuhören, da würde mir wahrscheinlich bewusst werden dass wir da alle irgendwie so ein kleines Problem haben.
00:07:09: Wir haben das so locker besprochen weil wir eigentlich davon ausgehen, dass wir keins haben.
00:07:14: aber wenn du dich mit dem Thema beschäftigst Kommst du wirklich ins Grübeln?
00:07:19: Also das fand ich total krass, dass ich auch dachte, du sagst verlangen.
00:07:24: Ich dachte eben tatsächlich an dieses verlangen bei einem tollen Fußballspiel was man guckt ein Bier zu trinken da gehört Bier einfach dazu und es ist ja auch sagt man nicht auch so eine gesellschaftlich anerkannte Sucht.
00:07:40: dieser Alkoholismus
00:07:44: Also das haben wir mal Alkohol trinken, ist gesellschaftlich anerkannt und üblich.
00:07:49: Eine andere kann die Krankheit...
00:07:54: Nee es war ausgedrückt von mir wahrscheinlich.
00:07:57: Genuss von Alkohl, das ist halt in der Gesellschaft so normal
00:08:01: da ist nicht normal.
00:08:02: Ja
00:08:03: normal wenn jemand das total kategorisch ablehnt.
00:08:07: Gut Kontrollverlust klar hattest du als dritten Punkt genannt.
00:08:10: was?
00:08:11: Können denn mögliche Entzugserscheinungen sein?
00:08:13: Also ich würde ja ganz gerne mit diesem Protest auch bewirken, dass Menschen vielleicht über sich selbst nachdenken.
00:08:20: Deswegen Thema Entzugserscheinung.
00:08:22: was kann das sein?
00:08:25: also die klassischen entzugs erscheinenden die sicher jeder aus filmen kennt ist so das berühmte händeflattern zittern des zitternder Hände morgens und zwar über die nacht.
00:08:36: wenn jemand nachts nicht dringt dann fällt der alkoholpegel im blut ab dann ist weniger Alkohol im Blut als jetzt vielleicht sonst so üblich.
00:08:46: Deswegen sind Entzugserscheinungen in der Regel morgens, muss aber nicht so sein kann auch anders sein.
00:08:52: also das Hände flattern zittern sind sichtbare entzugs erscheinung schwitzen kann auch sichtbar sein.
00:09:00: unruhe schlafprobleme also das sind eigentlich so die klassischen entzugsscheinungs eine Unruhe Schlafstörungen.
00:09:09: ja.
00:09:10: Kannst du mal grob sagen,
00:09:11: wann
00:09:12: diese klassischen Entzugserscheinungen auftreten?
00:09:15: Also wie viel Alkohol muss ich da über welchen Zeitraum getrunken haben damit solche ersten Entzugsscheinung einsetzen?
00:09:23: oder ist das ganz individuell vielleicht auch von der körperlichen Verfassung abhängig.
00:09:27: Ja das ist individuell sehr sehr unterschiedlich.
00:09:31: aber in der Regel treten entzugserscheinungen auf wenn jemand über einen längeren Zeitraum täglich Alkohol trinkt.
00:09:38: Die Menge spielt jetzt noch nicht mal schon größere Mengen, weil dann gewöhnt sich der Körper dran unter dieser Alkohlmenge zu funktionieren.
00:09:51: Man funktioniert so und wenn der Alkuholspiegel im Blut abfällt, dann fehlt er dem Körper und er signalisiert mir fehlt was also Unruhe zittern das sind die häufigsten Entzugserscheinungen.
00:10:07: Ein Entzug, das muss man eben zur Vollständigkeit halber auch sagen kann sehr gefährlich sein.
00:10:13: also wenn jemand abhängig ist sollte man eigentlich nicht selber entziehen weil was kann in einem Entzug passieren?
00:10:22: es kann auch ein Delier auftreten.
00:10:24: also genau also Warnzustände Haluzinationen das kann alles auch sein.
00:10:32: Das sind dann schon sehr schwerwiegende Entzugserscheinungen, die natürlich medizinisch behandelt werden müssen.
00:10:39: Kramfanfälle können auftreten also epileptische Kramanfälle das sind also schwere entzugserscheinungen sind sicherlich jetzt nicht so die ersten Symptome, aber grundsätzlich weiß man es einfach.
00:10:53: Nicht wie der Körper auf ein Alkoholentzug reagiert.
00:10:57: Genau also über die Entgiftung und die Behandlung und Therapie.
00:11:01: Da sprechen wir auf jeden Fall bisher auch tätig für die KPB-Fachambulanz das heißt Klienten zentriert im Beratungen bundesweit irgendwie die erste Einrichtung in den Neunzigern glaube ich oder sogar neun ... sich direkt.
00:11:16: Da kommen wir tatsächlich noch drauf, da gibt es auch Entzugambulant ohne Wartezeit habe ich gelesen.
00:11:23: aber das besprechen wir gleich noch.
00:11:24: Ich würde gerne nochmal einen kleinen Schritt zurückgehen und zwar so ein bisschen auf Vorurteile und Missverständnisse zurückkommen.
00:11:32: können grundsätzlich alle Menschen abhängig werden oder?
00:11:39: Grundsätzlich
00:11:40: schon vielleicht hole ich an der Stelle ein bisschen.
00:11:45: Es passiert im Laufe der Zeit, also wie soll ich sagen?
00:11:52: Im Gehirn passieren viele Prozesse während des Trinkens.
00:11:56: Also Alkohol das muss man ja auch so klar sagen einerseits gesellschaftlich anerkannt aber Alkohl ist einfach ein zentral wirkendes Nervengift.
00:12:06: Das muss man sich klar machen.
00:12:08: es ist ein Nerven Gift d.h.
00:12:11: Alkuhl wirkt sehr schnell im Gehirnen.
00:12:15: Und was passiert da?
00:12:16: Also zum Beispiel ist das Belohnungszentrum betroffen, es spricht ja auch von einem Suchtgedächtnis im Gehirn.
00:12:30: Das kann man sich jetzt nicht vorstellen wie eine klare Struktur oder Region.
00:12:37: aber das ist etwas, was entsteht über die Jahre wenn jemand regelmäßig trinkt und zwar Wie soll ich das jetzt erklären?
00:12:47: Wir sind ja alle... Also vieles, was wir machen.
00:12:51: Machen wir auch weil eine Belohnung kommt oder eine Anerkennung.
00:12:58: Das ist ja egal ob es in der Arbeit ist im Freundeskreis für Menschen brauchen einfach Anerkennen und auch das Gefühl gemucht zu werden also einfach positive Gefühle.
00:13:08: Und die entstehen eben auch im Belohnungszentrum im Gehirn.
00:13:14: Wenn wir jetzt irgendwas machen, was total schön ist, dann werden Bodenstoffe ausgeschüttet im Gehirn.
00:13:22: Und speziell wenn es um Sucht geht auch um den Botenstoff Dopamin, der eben entsteht... Wir schöne Dinge machen und uns wohlfühlen.
00:13:37: Was macht der Alkohol?
00:13:38: Großemengen Alkohl führende zu, dass mehr Dopamin ausgeschüttet werden im Gehirn... Über die Zeit entwickeln sich mehr Rezeptoren, also es ist mehr Dopamin da.
00:13:52: Da entwickeln sie sich Rezeptor an den Sinneszellen, die dieses Dopamin eben aufnehmen und das Dopamin führt eben dazu dass man sich wohl fühlt.
00:14:01: Das ist das was eigentlich jeder ja auch kennt des berühmte Glaswein.
00:14:06: Es wird getrunken weil der erste Effekt beim Trinken ja ein angenehmeres, so ein angenes Gefühl.
00:14:15: Und das entsteht eben beim Trinken, also diese Dopamin-Ausschüttung.
00:14:21: Die stärker ist bei Suchtmitteln, egal welche bei allen Suchtmitteln die eben stärker sind als wenn man jetzt irgendwas Schönes macht.
00:14:31: Also der Alkohol als Zellgift führte zu dass Das gefühl, das angenehme Gefühl viel intensiver wahrgenommen wird als jetzt bei anderen Dingen die auch schön sind.
00:14:45: Und durch das regelmäßige Trinken wird hier eben der Dopaminhaushalt Ja, massiv verändert und war bleiben verändert.
00:14:55: Es sind dann die Rezeptoren funktionieren anders und erwarten eben diese hohen Mengen Dopamin.
00:15:03: gleichzeitig führt es auch dazu zu so einem Abschwächungseffekt.
00:15:08: also es braucht immer mehr Dopamin um diese gleiche Wirkung auch erleben zu können.
00:15:14: deswegen steigern sich die Trinkmengen sich das so zu überlegen oder klarzumachen.
00:15:24: Alkohol verändert Strukturen in unserem Gehirn und auf die haben wir keinen Einfluss, das passiert eben einfach.
00:15:32: also das kann man nicht selber kontrollieren ja da haben wir keine Kontrolle drüber.
00:15:38: und dann kommt jetzt auch das Suchtgedächtnis ins Spiel.
00:15:43: der Körper vergisst diese Erfahrungen nicht.
00:15:46: es wird also Alkohl trinken wird so verbunden mit dieser angenehmen Vorstellung, dass über diese Erinnerung eben auch die Sucht entsteht und das Suchtmittel immer weiter gebraucht wird.
00:16:03: Und es ist ja vorher – haben wir ganz kurz darüber gesprochen – es sucht eigentlich heilbar?
00:16:10: Nein!
00:16:13: auch wegen diesem Umstand, wegen dieser Veränderung im Gehirn.
00:16:17: Weil die bleibt!
00:16:18: Es kann also jemand aufhören zu trinken jahrelang abstinent sein und allgemein wird man ja dann sagen naja jetzt hat man jahrelang nicht getrunken das ist doch jetzt kein Problem mehr.
00:16:30: wenn ich jetzt mal ein Glas Wein wieder trinke es sollte doch nichts ausmachen.
00:16:36: tatsächlich ist es leider nicht so weil Das nennt man eben Suchtgedächtnis.
00:16:43: Es ist immer noch aktiv, da kommt eine kleine Menge Alkohol an und sofort springen diese alten Strukturen wieder an und das verlangen nach mehr Alkohl.
00:16:56: Also das ist so ne neurophysiologische Erklärung auch für den Punkt wie entsteht denn eine Sucht?
00:17:04: Dass es nicht veränderbar die Veränderungen im Gehirn sind Das kann man nicht mehr weglernen.
00:17:12: Man kann dann, wenn er eben sagt ich höre auf zu trinken... Ich will das nicht mehr!
00:17:17: Dann kann man lernen damit umzugehen.
00:17:19: deswegen ist es wichtig da auch Bescheid zu wissen.
00:17:21: also man kann natürlich ohne Alkohol leben lernen.
00:17:26: aber es ist nicht so dass es jetzt eine klassische Heilung gibt in dem man sagen kann das wird nie mehr ein Problem und irgendwann kann man wieder kontrolliert trinken.
00:17:34: leider nicht.
00:17:36: Ist das dann diese Geschichte mit Rotwein in der Bolognese-Sauce und springt die Erinnerung quasi wieder an?
00:17:45: Ja, genau.
00:17:45: Das hängt damit zusammen.
00:17:47: ja also deswegen ist es so dass in allen Suchtarapien eben auch vermittelt wird Es geht um eine totale Abstinenz.
00:17:55: Also das wäre nicht so wenn das nicht so notwendig wäre.
00:17:58: aber es ist tatsächlich so Wenn man diese Schwelle überschritten hat und abhängig geworden ist, dann kann man mit der Abhängigkeit leben.
00:18:08: Aber man muss eben lernen damit zu leben und diese Trigger-Situationen vielleicht für sich auch... Hennen, die Situationen wo einfach das Verlangen plötzlich wieder da sein kann.
00:18:22: Nach zwanzig Jahren Abstinenz kann es sein.
00:18:24: also da gibt's keine Zeiträume, keine Sicherin.
00:18:29: Also ich halte mal fest ist kann jeden von uns treffen.
00:18:32: Das hat nichts mit fehlender Wildenskraft oder man lässt sich hängen und gehen zu tun.
00:18:37: Jeden von uns kann diese Sucht betreffen.
00:18:42: Ich nehme an, dann spielen noch gewisse Faktoren wie vielleicht Lebensumstände eine Rolle wenn man diesen ich sage jetzt mal kleinen Nebel den man vielleicht beim ersten Mal hat wenn man Glasweinchen trinkt das Dopamin wird ausgeschüttet und dann wird es halt immer mehr.
00:18:58: grundsätzlich jeder von uns kann betroffen sein.
00:19:03: wir sind jetzt eigentlich mittendrin in der Therapie.
00:19:07: Geschichte würde ich mal sagen.
00:19:09: dennoch einen kurzen Schritt noch zurück.
00:19:11: Die Warnsignale, die man selber vielleicht erkennen könnte oder die andere ist ja auch so eine Gratwanderung.
00:19:21: sagst du jetzt deiner Freundin, die irgendwie sich am Wochenende immer mal... ich spreche jetzt immer nur von dem Glas Wein.
00:19:27: natürlich
00:19:29: geht's so
00:19:30: viel, aber sagt man dann irgendwann Mensch, ich finde du trinkst ganz schön viel.
00:19:34: Es ist schon ein schwieriges Thema aber vielleicht für jeden selber was sind so erste Warnsignale wo man sich ja überlegen sollte?
00:19:42: Dreht dich vielleicht mal bisschen auf die Bremse.
00:19:44: Was würdest Du sagen?
00:19:47: Ja wenn wenn ich selber denke oh das jetzt doch ein bisschen viel.
00:19:51: also wenn so erste Gedanken kommen es ist zuviel im Freundeskreis oder so sicher Wenn jemand eben viel trinkt dann fällt das schon auf Wobei, ja.
00:20:04: Also ich würde mal sagen, Ansprechen ist immer gut.
00:20:08: Es ist immer good, ja?
00:20:09: Jemand ansprechen drauf?
00:20:11: du mir fällt auf das.
00:20:13: Ja also es ist auch.
00:20:15: wenn ich so an die Betroffenen denke mit denen ich gesprochen habe dann kommt schon sehr oft nein dass hat niemand gemerkt.
00:20:22: Nein!
00:20:23: Das ist niemand aufgefallen mein Trinken.
00:20:25: Es hat nie jemand was gesagt.
00:20:29: Also es ist nichts aufgefallen und das hat niemals jemand was gesagt.
00:20:33: Das sind zwei ganz verschiedene Dinge, gell?
00:20:35: Und also ansprechen finde ich grundsätzlich immer gut ja.
00:20:41: Ja da muss man irgendwie den richtigen Weg finden.
00:20:43: und wenn man auch einen Anranzer abholt von der Freundin weil die sich auf ein Schlips getreten fühlt aber vielleicht setzt dass bei demjenigen so kleinen Gedanken frei und man kann das Thema leicht zusammen angehen.
00:20:59: Ein Thema noch kurz Koabhängigkeit, also wenn man jetzt wirklich sagt der Partner zum Beispiel.
00:21:04: Der Mann die Ehefrau ist wirklich richtig alkoholabhängig?
00:21:07: Was ist eine Koabhängigkeit?
00:21:10: genau?
00:21:10: da habe ich viel von gelesen irgendwie in Vorbereitung.
00:21:14: Also wenn jemand abhängig wird dann kriegt er den Partner oder die Partnerin das mit.
00:21:21: wie gesagt es ist ja eine schleichende Entwicklung und Die meisten Partner versuchen ja zu helfen, also zu helfen eben dass das weniger gedrunken wird.
00:21:31: Dass einfach das Problem nicht so groß wird tun alles mögliche sprechen dem Partner an und Vielleicht entwickelt sich dann oder sehr häufig eben so ein Verhalten, dass dann der Alkohol in der Wohnung auch gesucht wird.
00:21:47: Oder ja weggenommen wird?
00:21:50: Oder wenn man verabredet wäre mit Freunden und der Betroffene ist dann betrunken, dass man den Freunden gegenüber vielleicht eine Ausrede findet.
00:22:02: Ja wir können heute nicht, weil dies und das es also Um die Sucht herum, zum einen versuchen eben die Angehörigen dafür zu sorgen dass weniger getrunken wird und andererseits wird die Such nach außen aber auch entschuldigt.
00:22:20: Das ist so ein Prozess der auch schleichend über die Jahre entsteht.
00:22:25: ja und da spricht man dann von Koabhängigkeit
00:22:30: Wenn du das so sagst, mir fallen verschiedene Bilder tatsächlich an.
00:22:33: Wie sucht eben aussehen kann?
00:22:35: Also das ist ja nicht... Aus meiner Schulzeit eine Schulfreundin aus der Grundschule.
00:22:39: Das sind Bilder die habe ich immer noch im Kopf.
00:22:41: Der Vater war schwer alkoholabhängig und das äußerte sich tatsächlich.
00:22:45: wenn wir dort nachmittags gespielt haben dann saß er vollkommen betrunken würde ich jetzt mal als Erwachsene sagen also vollkommen anders.
00:22:55: ich andere Väter kannte, sag' ich mal auf dem Sofa und war laut.
00:23:01: Aber sucht es eben auch was ganz anderes?
00:23:03: Also diese verschiedenen Bilder, diese vielen
00:23:06: Versorgung von
00:23:07: Alkoholsucht – das ist ja auch wichtig!
00:23:09: Also Alkowerkrank ist nicht nur der, der vollkommen blau am Nachmittag unter der Woche aufm Sofa sitzt
00:23:16: so wichtig,
00:23:16: dass man das erkennt.
00:23:18: Ja also da ist es offensichtlich und fällt auf aber ganz oft Es sucht sehr, sehr unauffällig.
00:23:25: Es wird vielleicht nur zu Hause getrunken, vielleicht auch nur am Abend gedrunken.
00:23:32: So viele Menschen funktionieren im Alltag ganz gut die Arbeit funktioniert es nach außen hin ist oft alles in Ordnung und trotzdem ist die Such da also es nicht immer sichtbar.
00:23:46: ja Von dem her ist es auch schwierig zu erkennen.
00:23:49: Manchmal Außenstehende können das gar nicht immer erkennen, dass es jetzt da auch um die Sucht geht.
00:23:54: aber ich denke in der Familie da ist es schon irgendwann deutlich.
00:24:00: und ja Angehörige also da ist sehr viel Leid auch bei den Angehöhrigen weil man ja wirklich hilflos ist.
00:24:09: Es ist eine Krankheit, die einen völlig hilflos macht, wenn man daneben steht.
00:24:13: Weil der Betroffene ja nicht einfach nur aufhören kann und vielleicht auch gar nicht so weit ist das er aufhühren will.
00:24:19: Und selber
00:24:20: leidet man und entwickelt eben über die Jahre ein Versuch mit dieser Krankheit eben auch klarzukommen.
00:24:30: Deswegen lass uns mal jetzt in die Richtung gehen.
00:24:33: Vielleicht Veränderung Hoffnung Heilung hast du schon gesagt?
00:24:38: nennt man es auf gar keinen Fall, weil du bist nie geheilt.
00:24:40: Ja?
00:24:41: Du bist immer... ich sage mal so das ist dieser klassische trockene Alkoholik-Krankheit hast du immer.
00:24:47: Genau kpb Fachambulanz habe ich vorhin schon gesagt Klienten zentrierte Problemberatung Das heißt Es geht um den Menschen der eben sucht krank ist.
00:24:57: Alkomotiv ist in dem Fall.
00:24:59: Wie läuft sowas ab?
00:25:01: sei ich bin jetzt Ehefrau zum Beispiel und merke, irgendwas ist da.
00:25:05: Ich habe ein komisches Gefühl, da passiert was mit meinem Mann oder da könnte irgendetwas nicht in Ordnung sein.
00:25:10: Greif ich zum Hörer, rufe euch an und spreche einfach erst mal mit euch.
00:25:15: oder wie genau funktioniert es?
00:25:18: Also wir
00:25:19: wünschen
00:25:20: uns immer dass der Betroffene anruft aber natürlich kann eine Angehörige anrufen können dann auch eine Beratung machen für den Angewöhrigen in Ausnahmen.
00:25:32: Also bei uns ist es jetzt eher so, der Betroffene soll anrufen?
00:25:36: Das ist ja ein erster wichtiger Schritt, nämlich anrufenden Suchteinrichtungen.
00:25:42: Es ist ein erstem ganz wichtiger Schritt und wir machen einen Termin aus.
00:25:46: Es kommt zu einem ersten Gespräch.
00:25:50: Wo es dann eben darum geht, was ist das Problem?
00:25:53: Also und da können aber Angehörige sehr gerne mitkommen.
00:25:57: Und natürlich gibt's auch jetzt rein für die angehörigen Beratungsgespräche.
00:26:02: Ja du sagst es also wenn man den Schritt schon mal erreicht hat dass man selbst ein Bewusstsein dafür bekommt, dass irgendwas nicht
00:26:09: ganz richtig
00:26:09: läuft.
00:26:11: Bei euch ist deswegen, vielleicht können wir so ein bisschen die Hemmschwelle und die Angst davor nehmen mit einer Beratungsstelle in Kontakt zu treten.
00:26:18: Indem du mal sagst was erwartet denn eigentlich dann die ja Suchtkranken Menschen?
00:26:23: Diejenigen, die vielleicht Alkohol abhängig sind?
00:26:28: Was erwarten sie bei uns?
00:26:29: Also Sie werden erstmal sehr freundlich begrüßt.
00:26:33: Es ist tatsächlich so.
00:26:34: Wir versuchen ohne große Wartezeiten Termine anbieten zu können weil ist ein Prozess und kein endloser Zustand.
00:26:44: Also jemand, das jetzt motiviert will mit dem Trinken aufhören sieht für sich einen.
00:26:50: so kann es nicht weitergehen ruft bei uns an und wenn man noch Wochen und Monate lang auf den Termin warten müsste ist die Motivation schon vielleicht wieder weg.
00:26:58: also wir versuchen tatsächlich wirklich schnell diese ersten Termine die Aufnahme möglich zu machen und ja dann hören was uns jemand erzählen möchte.
00:27:13: Also, wo steht jemand?
00:27:15: Was hat dazu geführt dass man angerufen hat und jetzt hier ist?
00:27:19: also so kommen wir in ein Gespräch und in der Regel ergibt sich da schon die ganze Tragweite von dem Problem.
00:27:27: ja es ist erstmal einfach ein Gesprächen.
00:27:30: Wir sind da wir hören zu wir stellen eben Fragen auch Und natürlich ist es nicht.
00:27:39: Also bei der Sucht muss man sich eben auch klar machen, geht es immer um eine hohe Ambivalenz.
00:27:45: Der, der suchtkrank ist will einerseits aufhören und andererseits will er das nicht.
00:27:52: Das ist durchaus ein schwankender Prozess.
00:27:57: Ich kann mich aufführen Ja, also das ist nichts Statisches.
00:28:02: Einmal motiviert und dann funktioniert das Ganze sondern das ist eben auch ein Prozess.
00:28:07: Diese Seite zu stärken diese Seite ich will nicht mehr trinken die versuchen wir zu starken.
00:28:14: deswegen steht am Anfang immer bei uns einen Entzug.
00:28:17: Das heißt wirklich Also Die Leute müssen nicht abstinent zu uns kommen Sondern die kommen eben so wie sie kommen durchaus auch alkoholisiert.
00:28:27: Wenn es aber so ist, dass jemand tatsächlich eine Behandlung will.
00:28:30: Dann geht's erst mal um den körperlichen Entzug, der eben in der Klinik stattfinden kann oder unter bestimmten Voraussetzungen auch bei uns in der Ambulanz herzlich betreut.
00:28:42: Das ist dann ein ambulanter Entzug mit dem er tägliche Arzttermine hat.
00:28:48: Also das ist so der Anfang.
00:28:49: Der Anfang ist immer der körperliche Entzug.
00:28:53: Der geht je nachdem einen bis zwei Wochen Und dann ist mir körperlich sozusagen entzogen vom Alkohol.
00:29:03: Ja, der Körper braucht ihn dann nicht mehr!
00:29:06: Ich könnte mir vorstellen, Claudia, dass genau da die erste Angst liegt und ambulant kann ich mir das zum Beispiel ganz schwer vorstellen?
00:29:14: Kannst du da so ein bisschen die Angst nehmen oder sagst du ne?
00:29:17: Das is echt hart aber wenn man's will muss man dann durch und dann schafft man es auch.
00:29:23: Also da muss man halt einfach schauen wie ist das bei demjenigen Ihr
00:29:28: verständlich?
00:29:29: alles, oder?
00:29:30: Ja.
00:29:32: Wobei wenn zu erwarten ist das es ein sehr schwerwiegender Entzug wird dann wird er auch in der Klinik stattfinden weil da einfach mehr Schutzmöglichkeiten sind und jemand ja auch immer gesehen wird.
00:29:45: Ein ambulanter Entzug ist dann nicht möglich und dann machen wir den auch nicht.
00:29:50: aber wenn jetzt zu erwartend ist dass die Inzugserscheinungen moderat sind man kann tun wir auch mit Medikamenten, die Entzugserscheinungen abmildern.
00:30:01: Also ja ich glaube das verläuft in der Regel wirklich ganz gut.
00:30:08: Ich kann mir auch vorstellen dass die große Angst davor bei den Betroffenen besteht sich mit sich selber und vielleicht seinen dunklen Seiten dann auseinandersetzen zu müssen weil liegt da immer ein schlimmes Ereignis irgendwas hinter?
00:30:24: Es liegt immer was dahinter.
00:30:26: Das muss jetzt nicht das eine schlimme Erlebnis sein, aber vielleicht erkläre ich ein psychologisches Modell, dass eben eine Suchterkrankung die Entstehung auch ganz gut eigentlich erklärt, nämlich das Stress-Vulnerabilitätsmodell.
00:30:46: Ganz kurz zusammengefasst geht es darum, Jeder Mensch ja eine Verletzlichkeit oder eben auch eine Stärke mitbringt.
00:30:58: Also wir wachsen auf in der Familie, wir haben genetische Voraussetzungen.
00:31:05: die sind bei jedem anders.
00:31:08: Auch die Erlebnisse in der frühen Kindheit sind eben anders können sehr positiv sein aber da kann natürlich auch schon vieles passieren viele Erfahrungen die vielleicht auch schwierig sind und Das führt dazu also die Verbindung von Genetik und frühen Erlebnissen zu so einer Grund, wenn man sich jetzt die Psyche vorstellt wie ein Fass.
00:31:33: Dann hat dieses Fass einen Boden und eine gewisse Höhe.
00:31:37: Das ist also so die Verletzlichkeit.
00:31:39: Das heißt da kann noch viel Luft drin sein, viel Platz in diesem Fass das kann aber auch schon in der Frühen Kindheit ziemlich voll sein.
00:31:49: Also das beschreibt im Grunde so die Verletzlichkeit oder Anfälligkeit für spätere Erkrankungen und vielleicht auch so die Ressourcen, die man hat.
00:31:58: Die Resilienz ja also die Fähigkeit mit Problemen Belastungen umzugehen.
00:32:04: Das ist so das und das ist eben bei jedem Menschen anders.
00:32:09: Es ist einfach so Und jetzt kommt vielleicht später im Leben kommen Stresserlebnisse, Frustrationen, Arbeitsplatzverlustrennungen, Scheidung.
00:32:21: Also einfach negative belastende Erlebnissen dazu.
00:32:26: das ist so der zweite Teil wo dann die innere Belastung weiter ansteigt und irgendwann jetzt im Bild von dem Fass vielleicht auch der letzte Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt.
00:32:39: Und dann entstehen psychische Krankheiten, verschiedene psychischen Krankheiten können so erklärt werden von einer Entstehung her und eben auch die Sucht.
00:32:49: Weil es trinken immer wieder fast schon wie eine Ressource wirkt – zumindest eine Auszeit verschafft von den Problemen.
00:33:00: Und das muss jetzt noch nicht mal das eine Problem sein, das können viele sein die im Laufe der Jahre sich ansammeln Belastungen.
00:33:08: Das kann natürlich aber auch der letzte Auslöser sein.
00:33:12: ja also eine Trennung zum Beispiel ein Verlusterlebnis
00:33:17: und
00:33:17: das sind ja Dinge das passiert jedem das kann jedem Menschen passieren und deswegen kann auch jede Sucht eben treffen.
00:33:26: Ah, sehr bildlich.
00:33:28: Sehr gut mit dem Fass und dann eben der Alkohol, der die Realität ein bisschen benebelt.
00:33:34: Jetzt gehen wir von dem besten Fall aus dass sich der oder die Betroffene bei euch gemeldet hat.
00:33:40: Dann sagst du am Anfang steht immer einen Entzug dieser körperliche Entzug.
00:33:44: bis zu zwei Wochen dauert er eben ambulant möglich unter gewissen Voraussetzungen aber eben auch stationär.
00:33:52: Und dann ja arbeitet ihr An der, ja arbeitet ihr die Vergangenheit auf.
00:33:58: oder wie kann ich mir dann den weiteren Therapieverlauf vorstellen?
00:34:03: Also das Wesentlichste am Anfang.
00:34:05: Am Anfang wird noch gar nicht so sehr in die Verganganheit geguckt sondern in den ersten Wochen geht es eigentlich drum.
00:34:11: für den Betroffenen bin ich abhängig Das muss man sich erst mal eingestehen.
00:34:16: Das ist die Basis von jeder Therapie.
00:34:19: sich einzugestehen Ich bin wohl wirklich abhängigt.
00:34:23: Es ist sehr bitter Das ist sehr schwer, sich das einzugestehen.
00:34:28: Das will man halt einfach nicht sein, ja?
00:34:30: Sucht krank!
00:34:31: Es ist eine Krankheit... Das will mir nicht sein.
00:34:33: aber es ist eben wahnsinnig wichtig an den Punkt zu kommen, sich einzugistehen dass es so ist und das kann schon mal dauern.
00:34:41: Das ist nicht so einfach auch wenn wir's vielleicht selber schon lange weiß und ahnt.
00:34:46: aber so in der letzten Konsequenz sich eben einzugestehen dass man krank isst.
00:34:51: Das hat schon noch meine andere Dimensionen.
00:34:55: Man hat nicht nur viel getrunken, sondern man hat eine Krankheit entwickelt.
00:34:59: Das ist wahnsinnig schwierig das zu akzeptieren.
00:35:02: Ja.
00:35:02: Was
00:35:02: glaube ich in dieser Leistungsgesellschaft?
00:35:04: Man muss ja wirklich ganz viel funktionieren und das kann ich mir vorstellen okay und dann also das eingestehen ist das eine große Schritt weiter und dann geht es in die Therapie.
00:35:17: Wie lange kann so eine Therapie dauern?
00:35:21: Also bei uns dauert sie sind zwei Phasen drei Monate.
00:35:26: Ja, es ist so eine Motivationsbehandlung wo es eben um die Motivation auch darum geht die Motiverzion zu stabilisieren.
00:35:33: ja ich will nicht mehr trinken ich will jetzt diesen Weg gehen und dann die eigentliche Reha noch mal sechs sieben Monate also zehn Monate ungefähr ist man bei uns in der ambulanten Therapie.
00:35:46: Das ist lange, warum ist das so lange?
00:35:49: Weil es einfach ein langer und schwerer Prozess auch ist.
00:35:52: Also was heißt schwer?
00:35:53: aber der Prozess ist lange sich das einzugestehen und dann ist ja auch wichtig viele Situationen zu erleben wo man vielleicht früher getrunken hätte also diese Situation erkennen.
00:36:07: wie gehe ich damit um?
00:36:09: kann zum Beispiel anfangen, jemand hat aufgehört zu trinken und jetzt steht in der Familie ein großer Runder Geburtstag oder so an.
00:36:18: Eine Feierlichkeit, in der halt dann auch Alkohol getrunken wird?
00:36:22: Also das sind so Punkte über die wird am Anfang auch gesprochen.
00:36:26: wie gehe ich damit um?
00:36:27: Gehe ich überhaupt hin?
00:36:28: Wenn ich hingehe...
00:36:30: Wie
00:36:30: mache ich das?
00:36:32: Ja!
00:36:32: Wie komme ich damit zurecht, wenn alle um mich herum dann mit dem Sektlas dastehen?
00:36:37: Das sind schon mal so ganz praktische Themen über die man spricht in so einer Therapie.
00:36:42: Gerade am Anfang und dann geht es schon auch darum eben herauszufinden, in welchen Situationen wie fing denn das Ganze an, in welche Situationen hat man getrunken, wie haben wir sich dabei gefühlt?
00:36:57: also dass ist auch so ganz elementar.
00:36:59: ja diese ersten Wirkungen Weil getrunken wird ja, weil man die Wirkung sucht erwartet.
00:37:08: Und das versuchen wir erstmal rauszufinden.
00:37:10: Aber
00:37:11: Claudia, wir halten mal eins fest also so ein Entzug und das Angehen dieser Erkrankung, Alkoholismus ist echt kein Spaziergang auch wenn man euch an seiner Seite hat.
00:37:24: Man braucht da wahrscheinlich ganz viel Mut erst einmal um es anzugehen und auch ganz viele Disziplin oder wie würdest du das beschreiben?
00:37:32: Ja, letztlich braucht man einen gewissen Leidensdruck.
00:37:36: Man muss an einem Punkt angekommen sein, wo man sagt so ich will das jetzt verändern.
00:37:43: Anders wird es wirklich schwer.
00:37:46: und da gibt's ja immer verschiedene Erlebnisse auch die dazu führen dass der Leidendruck steigt oder stärker wird.
00:37:55: zum Beispiel Angehörige sagen Ich sehe, dass du krank bist und ein Problem hast.
00:38:03: Aber ich kann da jetzt nicht mehr mitgehen.
00:38:05: wenn du uns nicht schaffst aufzuhören dann ziehe ich aus zum Beispiel.
00:38:09: Das kann dazu führen das der Betroffene sagt ja also das will ich auch gar keinen Fall.
00:38:16: oder in der Arbeit gibt es Probleme.
00:38:18: eine Abmahnung durch einen Arbeitgeber weil man vielleicht mit nach Restfahne in der Arbeit war oder eben alkoholisiert aufgefallen ist am Arbeitsplatz.
00:38:26: Der Arbeitsplatz ist in Gefahr, das kann auch so ein Punkt sein an dem jemand kommt und sagt ich muss jetzt aufhören.
00:38:34: Oder sehr häufig das haben wir sehen wir sehr oft Führerscheinentzug.
00:38:39: Der Führerschein ist ein wahnsinniges Motivations Fällt, ja.
00:38:46: Also der ist einfach wichtig für jeden.
00:38:48: und wenn der Führerschein aufgrund von einer Alkoholfahrt entzogen wird und dann für über ein Jahr weg ist Und dann gibt es auch hohe Hürden den wieder zu erlangen das ist nicht so einfach.
00:39:00: da muss man dann auch bei einer bestimmten Promille zahlen muss man Dann auch eine abstinenz nachweisen sprich abstinenzkontrollen eben durchführen.
00:39:09: also wenn wir denen wieder haben will muss man bestimmte Dinge tun, also Führerschein ist oft zum Punkt dass jemand sagt es geht einfach nicht mehr.
00:39:20: Also der Leidensdruck ein gewisser Leidendruck muss da sein sonst wird's echt schwierig.
00:39:27: Ich würde gerne einen ganz wichtigen Punkt noch mal ansprechen und zwar ist das Prävention.
00:39:31: wenn mein ältester Sohn ist achtzehn und wir wohnen sehr sehr ländlich und dörflich und es gibt so einen lustigen Spruch ja er besagt Wenn du in einer Stadt als Teenager voll bereit bist, bist du auf dem Dorf noch der Fahrer.
00:39:49: Also das beschreibt so die Situation wie man finde ich auch mit dem Konsum von Alkohol bei Jugendlichen umgeht.
00:39:58: Was kann ich als Eltern tun?
00:40:01: Um mein Kind da auf den... Man darf ja nichts verteufeln.
00:40:05: was kann ich tun?
00:40:08: Präventiv mit meinem Kind vielleicht dieses Thema anzugehen?
00:40:12: Ja, wie immer drüber sprechen.
00:40:15: Aber natürlich ist es so dass die jungen Menschen auch ausprobieren müssen und ihren Weg, ihren Umgang damit auch finden müssen.
00:40:25: Sicher kann man auch regeln miteinander besprechen.
00:40:27: ja also wenn du mit dem Auto fährst dann wird nicht getrunken.
00:40:32: Also aber das ist schon... Und was kann man sonst tun?
00:40:36: Sein Kind zu einem selbstbewussten selbstbestimmten Menschen auf den Weg hin begleiten.
00:40:43: Ja, ich glaube das ist das Beste was man als älterneben machen kann.
00:40:48: und dann ist dass immer wieder bei diesem Bild mit dem Fass ja?
00:40:52: Dann ist das Fass in einem guten Zustand und kommt schon mit diesen Verlockungen die man halt kennenlernt auch zurecht.
00:41:01: Also
00:41:01: mal ganz allgemein gesprochen!
00:41:05: Das Fass ist wirklich gut, dass du gesagt hast der Boden Der ist unten und was sich im Laufe des Lebens so reinfüllt in dieses Fass, die Füllhöhe ist ganz unterschiedlich.
00:41:18: Ja genau.
00:41:19: Aber ich denke da gibt es ja.
00:41:21: also im Gespräch bleiben.
00:41:23: Ich denke das ist das Wichtigste.
00:41:25: Vielleicht auch... Also was ich erlebe Schulen vereine dass die ja schon stark in diese Suchtprävention mit eingebunden sind.
00:41:33: Da gibt's überall mal eine Unterrichtseinheit oder manche.
00:41:38: Ich finde das eigentlich eine ganz, ganz tolle Sache.
00:41:40: Ja da wird schon auch sehr viel getan.
00:41:45: Eine Frage die ich dir gerne zum Schluss noch stellen würde und zwar wenn Sucht sprechen könnte ja was würde sie dem Betroffenen versprechen?
00:42:04: Und was würde Sie gleichzeitig verschweigen?
00:42:09: vielleicht gibt es einen kleinen Einblick an diejenige, die nicht betroffen sind.
00:42:14: Aber ich hoffe es gibt ein bisschen Verständnis.
00:42:18: Ja vielleicht würde sie sagen hey komm!
00:42:22: Ich bin dein bester Freund der einzige Freund.
00:42:25: Ich bin einfach für dich da und verschweigen würde Sie und gleichzeitig bin ich dein größter Feind und mach Dich fertig.
00:42:35: Und das ist das Verschweigen eben?
00:42:39: Ich finde es ein ganz emotionales Thema, weil wie du schon sagtest jeder ist irgendwie in der Gefahr auch alkoholabhängig zu werden oder jeder kann es grundsätzlich werden und das ist eben eine Sache die ganz schwer anzusprechen ist.
00:42:55: Wie ich finde haben wir irgendwas vergessen Claudia sagst du?
00:42:59: Das ist ein Punkt den müssen wir unbedingt noch erwähnen dass es ganz wichtig um das Thema anzugehen.
00:43:05: oder haben wir einen grob Überblick gegeben?
00:43:08: Jetzt haben wir ja glaube ich wirklich vieles angesprochen.
00:43:11: Also vielleicht was mir noch wichtig ist auch zum Schluss zu sagen, ja sucht es eine schwere Erkrankung aber man ist nicht alleine der Betroffenen ist nicht allein.
00:43:24: Es sind erstens mal ganz viele betroffen und in der Therapie lernt man ja auch andere Betroffene kennen tauscht sich aus Und erfährt eben auch das.
00:43:34: Ich bin nicht alleine mit diesem Problem.
00:43:38: Ja, sehr wichtig und kann sehr unterstützen sein.
00:43:43: Es ist sicherlich ein schwieriger Weg aber es ist ein guter Weg, ja?
00:43:47: Man kommt aus einer Sucht, aus einer suchtkammer rauskommen – es gibt Hilfe!
00:43:51: Das ist das was ich sagen will.
00:43:53: Es gibt Hilfe und es ist gut wenn man diese Hilfe sucht und den Anspruch nimmt und einfach seinen Leben auch verändern kann.
00:44:02: Das war ein schönes Schlusswort, Claudia.
00:44:04: Ich danke dir ganz herzlich dass du bei mir warst oder bei uns warst und ja uns aufgeklärt hast.
00:44:11: nochmal zu dem Thema ich würde mal sagen sämtliche Links, Hilfestellungen alles was wir noch so zusammen suchen können packen wir hier unter diesen Podcast.
00:44:20: dann könnt ihr reinklicken könnt euch erstmal ein eigenes Bild machen euch Hilfe suchen ob ihr Angehöriger seid oder eben vielleicht auch Selbstbetroffene oder noch gar nicht wisst ob ihr überhaupt getroffen seid.
00:44:31: Auch da packen wir so ein paar Links unter den Podcast.
00:44:35: und dann würde ich mal sagen, eine schöne Restwoche und vielen Dank fürs Zuhören!
00:44:41: Und danke dir Claudia Ostermeyer!
00:44:44: Ja, ich bedanke mich auch für die Möglichkeit, dass wir uns austauschen konnten.
00:44:49: Einen schönen Tag!
00:44:51: Ciao!
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